Kündigungsschreiben Vorlage Schweiz: Muster, Fristen und was wirklich reingehört

Eine Kündigung ist ein formeller Akt – kein Frustbrief. Hier findest du eine erprobte Vorlage, die gesetzlichen Fristen nach Schweizer Obligationenrecht und die häufigsten Fehler, die du dir besser sparst.
Du willst deinen Job kündigen und brauchst eine saubere Vorlage. Verständlich. Eine Kündigung ist in der Schweiz an wenige, aber klare Regeln gebunden – und gleichzeitig der erste Schritt in deinen nächsten Karriereabschnitt. Lass uns das richtig machen.
Was ein Kündigungsschreiben in der Schweiz enthalten muss
Rechtlich brauchst du erstaunlich wenig: deine Absenderadresse, die Adresse des Arbeitgebers, Ort und Datum, eine klare Kündigungserklärung mit dem Austrittsdatum, deine Unterschrift. Das war's. Begründungen sind nicht vorgeschrieben – und meistens auch nicht sinnvoll.
Aber: Praktisch lohnt es sich, ein paar zusätzliche Punkte aufzunehmen – die Bitte um eine schriftliche Kündigungsbestätigung, die Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, und falls gewünscht ein kurzer, sachlicher Dank. Mehr nicht.
Kündigungsfristen nach Schweizer Obligationenrecht (Art. 335c OR)
Wenn im Arbeitsvertrag oder GAV nichts anderes geregelt ist, gelten diese gesetzlichen Fristen jeweils auf Ende eines Monats: Probezeit – 7 Tage; 1. Dienstjahr – 1 Monat; 2. bis 9. Dienstjahr – 2 Monate; ab dem 10. Dienstjahr – 3 Monate.
Wichtig: Im Arbeitsvertrag können längere Fristen vereinbart sein. Prüfe das, bevor du das Datum einsetzt. Eine zu früh angesetzte Kündigung ist nicht ungültig – sie verschiebt sich automatisch auf den nächstmöglichen Termin. Das willst du aber selbst kontrollieren.
Vorlage: Kündigungsschreiben Schweiz
[Vorname Nachname] [Strasse und Hausnummer] [PLZ Ort]
[Name des Unternehmens] z. Hd. [Vorgesetzte:r oder HR] [Strasse und Hausnummer] [PLZ Ort]
[Ort], [Datum]
Kündigung des Arbeitsvertrags per [Austrittsdatum]
Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter Herr [Nachname]
Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag mit der [Firma AG], abgeschlossen am [Vertragsdatum], unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist von [X Monaten] ordentlich per [Datum, letzter Arbeitstag].
Ich danke Ihnen für die Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit sammeln durfte. Bis zum Austrittsdatum stehe ich Ihnen selbstverständlich für eine geordnete Übergabe zur Verfügung.
Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und stellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.
Freundliche Grüsse
[Unterschrift] [Vorname Nachname]
Versand: eingeschrieben, immer
Schicke das Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein. Das ist nicht übertrieben – es ist die einzige Art, im Streitfall beweisen zu können, dass und wann die Kündigung beim Arbeitgeber eingegangen ist. Massgeblich ist nicht der Versand, sondern der Empfang beim Arbeitgeber. Eine Kündigung, die am 31. eingeworfen wird und erst am 1. zugestellt wird, wirkt rechtlich erst im Folgemonat.
Eine E-Mail-Kündigung ist in der Schweiz grundsätzlich gültig, sofern der Vertrag keine Schriftform vorschreibt – aber sie ist heikel beim Zustellbeweis. Mach es schriftlich.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Begründungen, die emotional werden. Eine Kündigung ist kein Abrechnungsbrief. Kritik gehört ins Austrittsgespräch, nicht ins Schreiben. Falsche Frist oder falsches Austrittsdatum berechnet. Prüfe den Vertrag, prüfe das OR, prüfe den GAV. Mündliche Kündigung „zur Sicherheit" zusätzlich. Damit beginnt im Zweifel die Frist – das willst du nicht. Kündigung während Sperrfristen (Krankheit, Schwangerschaft, Militär). Eine Kündigung durch dich ist immer möglich – Sperrfristen schützen dich nur vor Kündigung durch den Arbeitgeber. Keine Bestätigung einfordern. Ohne Bestätigung weisst du nicht, ob das Datum verstanden wurde.
Was danach kommt: RAV, Arbeitszeugnis, nächster Schritt
Eine Eigenkündigung kann zu Einstelltagen beim RAV führen (in der Regel 31 bis 45 Tage Sperre beim Taggeld). Das ist der wichtigste finanzielle Grund, eine Eigenkündigung gut zu planen – idealerweise mit Anschlussvertrag in der Tasche. Wenn der Bruch mit dem aktuellen Arbeitgeber nicht freiwillig passiert, lohnt sich vorgängige Beratung bei Kündigung und Konflikten – das spart dir Geld und Nerven.
Für den nächsten Schritt brauchst du saubere Unterlagen. Falls dein Lebenslauf einen Check braucht oder du gleich ein komplettes Bewerbungspaket willst – hier sind wir an deiner Seite.
Eine Kündigung ist kein Drama. Sie ist ein Verwaltungsakt mit Tragweite – und mit dieser Vorlage hast du sie in 15 Minuten erledigt. Der Rest deiner Karriere ist die spannendere Hälfte.